Google-Guy Sergey Brin hat heute sein persönliches Blog gestartet (too.blogspot.com). Bislang gibt es auf dem schlichten Tagebuch mit schwarzem Hintergrund (*grusel*) nur zwei Einträge.
Wie ist der Name des Blogs entstanden?
Sergey Brin rechnet mit Parkinson?
Im zweiten Posting geht es etwas ernster zu. Sergey Brin schreibt über das Startup seiner Frau (23andMe, ein Genanalyse-Service). Sergey hat offenbar auch seinen Sabber durch den Scanner geschoben und “weiss” nun, dass er ein erhöhtes Riskio (20-80 Prozent) hat, an Parkinson zu erkranken. Er sieht dieses Wissen aber nicht als Bedrohung, sondern ist froh informiert zu sein. Das gäbe ihm die Chance alles zu tun, was vorbeugend möglich ist und sich und seine Familie auf die mögliche Erkrankung vorzubereiten.
Er philosophiert noch ein wenig darüber, dass wir wohl alle von irgendwelchen Krankheiten im Alter geplagt werden, solange die Menschheit keinen Jungbrunnen erfunden hat. Und davon, dass er jetzt im Vorteil ist, weil er sich Jahrzehnte auf sein Altersleiden freuen vorbereiten kann.
Mein Kommentar: Ich halte von Genanalysen auf dem Niveau von 23andme überhaupt nichts. Die meisten Dispositionen lassen sich die Familienanamnese deutlich besser ermitteln. Sinn macht imho überhaupt nur das Suchen nach Krankheiten, die vorbeugend mit einer Hohen Erfolgsrate screen- und therapierbar sind. (Beispiel: Darm- und Brustkrebs) Ansonsten führt das nur zum Verlust von Lebensfreude. Wenn Sergey – was ich ihm nicht wünsche – im Midlife-Crisis Alter an Depressionen leidet oder mit 50 den ersten Herzinfarkt hat, weil die lang erwarteten und endlich eingebildeten Erstsymptome von Parkinson auftauchen, hat er den Jackpot abgeräumt.
via Techcrunch
Tags: Blog, Google, Gründer, Sergey BrinRSS feed für Kommentare auf diesen Beitrag. TrackBack URL
22.09.2008 um 22:20
Ich muss ehrlich sagen das ich derartige Genanalysen gar nicht so schlecht finde. Auch wenn ich nicht wollen würde das meine Gen-Daten öffentlich zur Verfügung stehen.
Doch wenn diese Systeme ausgereifter werden und anhand von Genanalysen wirklich festzustellen ist das Jemand ein erhöhtes Risiko an einer bestimmten Krankheit: Krebs, Alzheimer, etc. hat oder auch nur das man anfälliger für eine Grippeinfektion ist – why not?
Wobei man dein Argument der “Depressionen” nicht unterschätzen sollte. Ich will bspw. nicht wissen wann ich an einer tötlichen (unheilbaren) Krankheit erkrankte bzw. wann ich sterbe – das will wohl niemand.
22.09.2008 um 22:25
So wirklich “unzuverlässig” sind die nicht. Das Problem bei Krankheiten ist halt, dass die Gene nur eine Komponente sind.
Die Lebensweise ist ganz entscheidend. Wenn man nicht raucht, sich viel bewegt, gut ernährt (kein Übergewicht) und nur mässig Alkohol trinkt, senkt man die Risiken in fast allen schlimmen Krankheiten drastisch.
Ein Mensch ohne “Veranlagung” für Lungenkrebs, kann sich den trotzdem “errauchen” und jemand mit dieser “Anlage”, wird als Nicht-Raucher i.d.R. nicht daran erkranken.
Wie gesagt, Sinn macht das imho nur bei Krankheiten, die mittels Screening oder Behandlung heilbar sind. Denn durch die “Diagnose unheilbar krank” will sich wohl niemand seine Jugend vermiesen.